Drehen am Teller
Aus Segelpedia
Angewendet, um auf engstem Raum eine Drehung durchzuführen. Dabei macht man sich zweierlei zu Nutze:
- Die Drehtendenz, wenn ohne Fahrt bei voll eingeschlagenem Ruder Schub vorwärts gegeben wird.
- Den Radeffekt, wenn man beabsichtigt, in die Richtung zu drehen, die durch den Radeffekt eingeschlagen wird. Bei rechtsdrehender Schraube ist das eine Drehung im Uhrzeigersinn. Es geht auch in die andere Richtung, dann aber muss man auf den Radeffekt verzichten, ja sogar ihm entgegenarbeiten – und das ist mühsam!
Annahme also: Rechtsdrehende Schraube, Drehung im Uhrzeigersinn. Folgendermassen geht man vor:
- Fahrt rausnehmen bis zum Stillstand des Schiffes.
- Ruder hart steuerbord. Dort bleibt das Ruder auch während des ganzen Vorgangs!
- Kurzer, kräftiger Schub vorwärts. Das Schiff beginnt fast ohne Vorwärtsfahrt zu drehen! – Leerlauf
- Retourgang einlegen (nicht reissen!) und mit mittlerer Drehzahl den Radeffekt wirken lassen, bis das Schiff beginnt, Rückwärtsfahrt aufzunehmen.
- Leerlauf (nicht reissen!), kurzer, kräftiger Schub vorwärt (siehe oben).
Dieses neckische Spielchen wiederholt man solange, bis man in der gewünschten Richtung steht!
Mein Tipp: Lieber 270° mit dem Radeffekt, als 90° dagegen. Dabei Ruhe bewahren und amüsiere dich darüber, wie der hilfswillige Marinero auf der Mole die Hände ringt!
