Leuchtfeuer
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Allgemeines
Leuchtfeuer dienen zur Navigation vor allem in der Nacht. Sie sind durch veschiedene Merkmale eindeutig zuordenbar.
Auf Seekarten werden Leuchtfeuer symbolisch durch einen voiletten Tropfen dargestellt.
Merkmale von Leuchtfeuern / Kennung
Lichterscheinung
Die Kennung gibt uns Auskunft über Abfolge und Art der Licht- und Dunkelphasen eines Leuchtfeuers. Es folgen verschiedene Kennungen mit ihrer Definition und ihren Kürzeln (deutsch und international).
Festfeuer
Licht leuchtet permament
D: F
INT: F (fixed)
Unterbrecherfeuer
Beim Unterbrecherfeuer ist die Unterbrechung der Lichtphase wesentlich.
______ ______ ______ ______ ______
lang hell - kurz finster - lang hell - kurz finster - ....
D: Ubr
INT: Oc (occulting)
Gleichtaktfeuer
Beim Gleichtaktfeuer ist Länge der Licht- und der Dunkelphase gleich lang.
__ __ __ __ __
D: Glt
INT: Iso (isophase)
Blinkfeuer
Ca. 2 Sekunden Lichtphase gefolgt von ca. 4 Sekunden Dunkelphase
∩ ∩ ∩ ∩ ∩
Symbol: ∩
D: Blk
INT: LFl (long flash)
Blitzfeuer
Das Blitzfeuer ähnelt dem Blinkfeuer mit dem Unterschied, daß hier die Lichtphasen wesentlich kürzer (kleiner als 2 Sekunden) sind.
∧ ∧ ∧ ∧ ∧ ∧
Symbol: ∧
D: Blz
INT: Fl (flash)
Funkelfeuer
Das Funkelfeuer kennzeichnet sich durch eine schnelle Abfolge von kurzen Lichtblitzen.
Z.B. 60 Blitze pro Minute
D: Fkl
INT: Q (quick flash)
Schnelles Funkelfeuer
Noch schneller als das Funkelfeuer ist das Schnelle Funkelfeuer mit z.B. 120 Lichtblitzen pro Minute.
D: SFkl INT: VQ (very quick flash)
Gruppe
Die Gruppe eines Leuchtfeuers definiert, wieviele Lichterscheinungen (bzw. beim Unterbrecherfeuer Dunkelphasen) zusammengefaßt werden.
Beispiel:
^^ ^^ ^^ ^^
D: Blz (2)
INT: Fl (2)
Das bedeutet, daß dieses Feuer durch 2 Lichterscheinungen pro Gruppe definiert ist.
(Gibt es nur eine Lichterscheinung, spricht man auch von einem Feuer der Gruppe 1)
Farbe
Die Lichterscheinungen der Leuchtfeuer unterscheiden sich auch durch ihre Farbe.
Folgende Farbenkürzel werden in Seekarten verwendet:
| D | INT | CRO |
|---|---|---|
| w (weiß) | W (white) | B (biselo) |
| r (rot) | R (red) | C (cerveno) |
| gn (grün) | G (green) | Z (zeleno) |
| g (gelb) | Y (yellow) | Ž (žuta) |
(Man sieht, daß auf deutschen Karten Kleinbuchstaben verwendet werden)
Wiederkehr
Der gemessene Zeitabstand von Beginn zu Beginn einer Gruppe nennt man die Wiederkehr.
Höhe über Seehöhe

Es gibt zwei verschiedene Angaben bei Leuchtfeuern:
- Gebäudehöhe
- Höhe des Feuers - die Höhe des Feuers ist der Abstand des Leuchtkörpers(!) zur mittleren Seehöhe
Wenn man z.B. mit einem Sextanten den Winkel am Leuchtturm abnimmt, ist es daher wichtig, darauf zu achten, den richtigen Punkt ins Visier zu nehmen. Nicht versehentlich den obersten Punkt des Gebäudes verwenden und mit der Höhe des Leuchtfeuers rechnen.
Nenntragweite
Dieser Wert sagt aus, wie weit ein Leuchtfeuer bei guter Sicht zu sehen ist.
("Gute Sicht" = 10 Sm Sichtweite (meteologisch definiert)
"Mittlere Sicht" = 5 Sm)
Der Wert der Tragweite ergibt sich nach der Korrektur der Nenntragweite durch die Sichtbarkeit.
Die Sichtbarkeit eines Leuchtfeuers hängt aber natürlich auch von der Höhe des Leuchtfeuers und von der Höhe des Betrachters ab.

Hier würde sich die maximale Sichtbarkeit errechnen mit:
2.1 * (√(Augenhöhe) + √(Feuerhöhe))
Diese errechnete maximale Sichtweite gilt natürlich nur, wenn die Nenntragweite größer als dieser Wert wäre und auch gute Sicht oder besser herrschen würde.
Für Details zur Berechnung siehe dir den Artikel zum Thema Kimm an.
Spezielle Leuchtfeuer
Sektorenfeuer
Das sind Feuer, die nicht nur eine Farbe zeigen. Häufig werden sie eingesetzt, um bestimmte Bereiche besonders hervorzuheben.

Auf diesem Bild könnte folgendes Feuer dargestellt sein:
Fl WR 10s 14m 10/8 M, also ein Funkellicht mit weißem und rotem Sektor, einer Wiederkehr von 10 Sekunden, Gebäudehöhe von 14 Metern, und einer Nenntragweite von 10 und 8 Seemeilen.
Der Sinn des Leuchtfeuers auf diesem Bild könnte der sein, daß die Insel befeuert sein soll und gleichzeitig vor den Untiefen im Süden der Insel gewarnt werden soll.
Die Angaben der Sektoren im Leuchtfeuerverzeichnis können für Anfänger etwas verwirrend sein. Sie beziehen sich nämlich immer auf den Beobachter.
Hier ein Beispiel:
Leitfeuer
Das Leitfeuer ist ein Spezialfall des Sektorenfeuers. Es hat einen schmalen, meist weißen Lichtstreifen mit seitlichen Warnsektoren.
Oft dient es zur Kennzeichnung von Fjordeinfahrten zum Hafen.
Richtfeuer
Das Richtfeuer ist quasi eine Erweiterung des Leitfeuers. Es besteht aus 2 Feuern, dem Ober- und dem Unterfeuer. Man befindet sich am richtigen Kurs, wenn beide Feuer sich übereinander befinden. Ist das Unterfeuer etwas Backbord als das Oberfeuer, sollte man nach Backbord steuern, um wieder auf Kurs zu kommen.
Berühmtes Beispiel: die Einfahrt nach Venedig
Quermarkenfeuer
Diese Leuchtfeuer, die quer zur Fahrrichtung verlaufen, deuten eine bevorstehenden Kurswechsel an.

Auf diesem Bild sollte man, wenn man von Süden kommt und in den weißen Bereich des Quermarkenfeuer gerät, nach Steuerbord auf den Hafen zu steuern.
Hafenfeuer
Dieser Lichter dienen zur Kennzeichnung von Hafeneinfahrten. Meist gibt es zwei Feuer, ein rotes und ein grünes. Dabei ist es wichtig, zu wissen, in welchem Betonnungssystem man sich befindet.

Gehen wir davon aus, daß wir uns im Betonnungssystem A befinden, also rot an Backbord und grün auf Steuerbord. Würden wir das nicht wissen und in diesem Beispiel von Westen kommen, würden wir annehmen, daß sich die Hafeneinfahrt zwischen dem grünen Licht links und dem roten Licht rechts befindet - wir würden durch diesen Fehler etwas kaputtmachen.
Beispiele
Hinweise
Auf deutschen Karten werden die Leuchtfeuer oft auch anhand ihrer entsprechenden Symbole grafisch dargestellt.
